Allgemeines

Ursprünge im alten China

Drachenbootrennen gehören heute zu den am stärksten wachsenden Teamsportarten und waren als vorolympische Sportart bei den World Games in Duisburg 2005 erstmals zugelassen. Wie viele andere Sportarten hat auch das Drachenbootrennen einen historischen Hintergrund, um den sich allerlei Mythen, Rituale und Legenden gebildet haben. Circa 340 Jahre v.Chr. wurde in der heutigen chinesischen Provinz Hubei der spätere Minister für Gesetz und religiöse Zeremonien Qu Yuan geboren. Nach einer steilen Karriere im ministeriellen Dienst wurde er jedoch wegen eines erbitterten Streites in außenpolitischen Dingen vom königlichen Hof in eine der südlichen Provinzen des Landes verbannt. Qu Yuan hatte sich zu der Zeit bereits als Poet einen großen Namen gemacht.

   Während seines Aufenthaltes in der Verbannung schrieb er eines der klassischen Werke der chinesischen Dichtkunst, das so genannte Li Sao Epos. Dennoch suchte er aus Verzweiflung über seine Situation und Entehrung den Freitod im Fluss Mi Luo. Fischer versuchten den beliebten Dichter und volksnahen Politiker zu retten. Mehrere Boote sollen wie um die Wette herbeigeeilt sein und durch Trommeln versucht haben, auf sich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig sollten gefährliche Fische vertrieben werden. Reis wurde als Köder ins Wasser geworfen. Allerdings konnte Qu Yuan nicht gerettet werden. Später sind alljährlich symbolische Rennen zu Ehren Qu Yuan’s ausgetragen worden. Die angesehenen Rennen, bei denen auch hohe Beamte teilnahmen, wurden in Booten ausgetragen, die mit Drachenköpfen verziert waren. In der Jahrtausende alten chinesischen Mythologie symbolisiert der Drache Gesundheit und Glück, Regen und reiche Ernte. Teile dieser Mythologie werden bei den heutigen Rennen in Asien immer noch gepflegt. In einer langen Zeremonie „erwecken“ taoistische Priester den Drachen, indem sie die Augen des Drachenkopfes vor den Rennen rot ausmalen. Das ganze Boot wird mit magischen Gesängen für die anstehenden Wettkämpfe gesegnet.

Drachenbootsport in Europa

Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die in China äußerst angesehenen Drachenbootrennen zwar Teil der dortigen Kultur, blieben aber unbeobachtet und unkopiert. Das erste internationale Drachenbootfestival wurde 1976 in Hongkong, damals noch unter britischer Hoheit, veranstaltet. Das erste europäische Rennen startete in London und der Sport trat dann seinen Siegeszug durch Europa an. Die ersten Boote, die 1989 nach Deutschland kamen, waren Geschenke Taiwans an die Hansestadt Hamburg. Aus diesen Holzbooten wurde später das heute lizenzierte und standardisierte European Standard Dragon Boat entwickelt. Schön anzusehende Rudimente der chinesischen Geschichte sind immer noch die Drachenköpfe.

Das Drachenboot

In Südostasien werden auch heute noch bei traditionellen Rennen Holzboote verschiedener Art und Größe gefahren: Boote mit bis zu 100 Paddlern, mit Trommler und einem Gong schlagenden Mitglied in der Mitte des Bootes, Boote unterschiedlicher Breite und Boote, deren Paddel die Größe europäischer Steuerpaddel haben, die im Stehen mit den Beinen bewegt werden. Für die mittlerweile weltweite Sportgemeinschaft hat sich größtenteils allerdings das bezahlbare Wettkampfdrachenboot mit einer Länge von 12,49 m (ohne Zubehör), 1,16m Breite und einem Gewicht von 250 kg durchgesetzt. 16 bis 20 Personen paddeln dabei synchron im vom Trommler akustisch weitergegebenen Rhythmus des Schlagmannes/der Schlagfrau und ein Steuermann lenkt das Ganze.

Die Rennen

In den unterschiedlichsten Leistungsklassen werden Rennen im Bereich des Leistungssports auf Landes-, Bundes und internationaler Ebene bis hin zur Weltmeisterschaft gefahren. Das Dabeisein erfordert sehr viel Arbeit in Form von Ausdauer- und Krafttraining. Zumeist werden bei den Regatten 250 m, 500 m, 2000 m gefahren. Aber auch echte Langstrecken wie der 21 km lange Oberhausener Halbmarathonfinden jährlich statt. 1992 gab es gar einen Marathon in China mit einer Gesamtlänge von sage und schreibe 76 Kilometern. Die reinen Hobbymannschaften, auch Fun-Mannschaften genannt, trainieren dagegen nur wenige Male im Monat oder sogar nur ein paar Mal vor den Regatten. Die bei den „Fun“-Mannschaften beliebtesten Rennen gehen über Distanzen von 200, 250 und 300 m je nach Veranstalter und Gewässer.

Drachenboot im KCF

Im Jahr 2000 fand die erste Drachenbootregatta des KCF auf dem Kanal statt. Wie bei vielen anderen Mannschaften und Vereinen hatte sich aus einer Gruppe ehemaliger Kanuten ein Drachenbootteam zusammengefunden und von einem Sponsor ein Boot zur Verfügung gestellt bekommen. Mit einer Besucherzahl von etwa 1500 Personen war diese 1. Drachenbootregatta eher eine Insiderveranstaltung. In den folgenden Jahren jedoch entwickelte sich die Veranstaltung zu einem der größten sportlichen Events der näheren Umgebung: Jeweils am Pfingstmontag starten ca. 35-40 Mannschaften auf dem Kanal und locken bei herrlichem Sonnenschein tausende von Zuschauern an die Ufer. Viele Teams sind von Anfang an dabei und haben sich auch schon für die Teilnahme 2012 angemeldet. Gleichzeitig bildeten sich aber auch neue Teams aus den Zuschauern der letzten Veranstaltungen. Die „Fun“-Mannschaften werden durch Losverfahren verschiedenen Cups zugewiesen und fahren darin ihren Sieger aus. Die Besten der einzelnen Cups wiederum treten gegeneinander an, um den Gesamtsieger zu ermitteln. So ist ein spannender Rennverlauf durch dieses Reglement und die Renndistanz von 250 m für Zuschauer und Aktive gewährleistet.

Paddeln im Drachenboot

Ein Drachenbootteam besteht aus 16 bis 20 Personen, die möglichst synchron paddeln und dadurch ihren Krafteinsatz optimal auf die Geschwindigkeit des Bootes übertragen. Obwohl körperliche Fitness, Kraft und Ausdauer eine erhebliche Rolle auch bei diesem Sport haben, können auch weniger sportliche Personen jeden Alters gut in einem Team harmonieren. Gerade beim Drachenbootfahren liegt die Betonung auf TEAMsportart.

Drachenbootvermietung und Drachenbootkurs

Der KCF besitzt drei Drachenboote, die für die oben genannten Gruppenfahrten gemietet werden können. Der Steuermann wird ebenfalls durch den KCF gestellt. Gleichzeitig bietet der Verein auch einen Drachenbootkurs an. Hier können Gruppen regelmäßig trainieren. Die Trainingszeiten können individuell mit dem Steuermann vereinbart werden. Einzelpersonen sind jederzeit eingeladen Kontakt mit uns aufzunehmen.

Ansprechpartner hier bei uns …

Herbert Ickert0281-43410herbert.ickert@t-online.de