…und alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit…

Weihnachtliches Paddeln des KCF 2017

Tradition (von lateinisch tradere „hinüber-geben“ oder traditio „Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“) bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, beispielsweise Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder …

auch den Umstand, dass die Wandergruppe des KCF gefühlt schon kurz nach Ende des finsteren Mittelalters den Brauch einführte, am zweiten Weihnachtstag auf das Wasser zu gehen und eine kleine Tour zu machen. Üblicherweise findet das Weihnachtsgepaddel entweder vor der eigenen Haustür auf dem Kanal oder auf der Lippe statt.

So auch dieses Jahr wieder.

Wie auch alle Jahre wieder hat sich deshalb am Morgen des 26ten Dezember im Jahre des Herrn 2017 eine Gruppe der Wanderpaddler morgens unter einem freundlichem, lebensbejahend grauen Himmel bei leichtem Nieselregen am Klubhaus des KCF eingefunden, die Boote auf Hänger und PKW verlastet und ist nach Schermbeck aufgebrochen um der Tradition zu folgen. Glücklicherweise zeigte das Wetter Mitgefühl, so dass das Einsetzen der Boote für fast alle im Trockenen erfolgen konnte und der Rest der Tour unter einem aufgelockertem Himmel mit viel Blau stattfand. Die Temperaturen und der Wind zeigten zwar weniger Sportsgeist und blieben im Bereich des Ungemütlichen, aber Wanderpaddler sind zum Glück wetterfest und anspruchslos.

Die Lippe führte viel Wasser und strömte schnell, so dass man sich zu mindestens über Sandbänke keine Gedanken machen musste. Auch sonst war die Natur trotz jahreszeitlich bedingtem Vegetationsmangel wie immer schön. Man konnte Vögel und Nutrias beobachten, die Ihren Geschäften nachgingen und sich auch durch die Paddler nicht stören ließen.

Ein Teil der Gruppe hatte zwar mit technischen Problemen zu kämpfen wie einer defekten Steueranlage, so dass der Zwischenstopp in Krudenburg für Notreparaturen  etwa ausgedehnt wurde. Dort begab es sich auch, dass ein Paddel unter seinem Herrn zerbarst, als dieser sich dem guten Brauch der Paddelstütze beim Ausstieg hingab. Durch eine gut funktionierende Logistik konnte dieser Verlust aber auch ausgeglichen werden, so das die Tour fortgesetzt werden konnte. Es wurden zwar  noch Spekulationen laut bezüglich gewisser Zusammenhänge von weihnachtlicher Völlerei und Belastungsgrenzen von Paddeln, aber dieses Thema wurde nicht vertieft.

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass wie jedes Jahr wieder ein besonderes physikalisches Phänomen wahrgenommen wurde. Boote, die im Sommer noch leicht und hoch auf dem Wasser lagen, zeigen jetzt nach den Weihnachtstagen ohne erkennbare Gründe einen größeren Tiefgang und auch Einstiegsluken sind enger geworden. Warum das jedes Jahr wieder so ist, bleibt bislang unerklärlich. Die Wandergruppe des KCF wird sich dieses Phänomens spätestens am 26.12.2018 wieder annehmen.

Aber bis dahin stehen ja noch einige weitere Touren auf dem Programm.

 (Carsten Beese, KCF Pressewart)